Recap Meet Magento 2017 – Leipzig

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Das war sie, die größte Meet Magento und damit größte Magento Konferenz in ganz Deutschland. Vom 22. bis 23. Mai öffnete die elfte Meet Magento ihre Tore im Leipziger Pentahotel mit mehr als 800 Teilnehmen von Agenturen, Verkäufern, Entwicklern und Personen rund um das gefühlt mittlerweile beliebteste Shopsystem weltweit.

Paul Boisvert startet die Meet Magento mit der Keynote über Magento 2

Nach einem leckeren, jedoch kurzen Frühstück begann der erste Tag der Meet Magento mit einer Keynote von Paul Boisvert, dem Head of Product Management bei Magento. Es stellte die Roadmap für Magento2 vor mit einigen interessanten neuen Features sowie der Advanced-CMS-Integration für die Magento Enterprise Edition und dem wichtigen Hinweis, dass jeglicher Support und dementsprechend auch Sicherheitspatches für Magento 1 ab November 2018 eingestellt wird [Das wurde mittlerweile zurückgeszogen, es soll ein verlängertes EOL für Magento 1 geben]. Seiner Meinung – und der Stimme ich voll zu – sollten Shop-Betreiber langsam Magento 2 in Angriff nehmen und sich so für die Zukunft mit einer langfristig unterstützen Version von Magento sicher aufstellen. Deshalb sehe er den Fokus der diesjährigen Meet Magento klar auf Magento 2.

Gute Desktop Version eines Shops besser als schlechter mobile first Ansatz

Danach ging es für mich nach kurzem Talk mit alten Bekannten auf der Meet Magento in einen weiteren Vortrag von Jan Sperlich, der mir hochgelobt angekündigt wurde. Und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Die Kernaussage seiner Präsentation war: eine guter Desktop-Shop ist besser als eine schlechte mobile Website. Er präsentierte in einem Praxisbeispiel seines Unternehmens. Durch gezielte Optimierung der Onlinepräsenz (Desktop Website) und auch Optimierung der Darstellung auf mobilen Endgeräten (ohne dedizierte App) war es möglich, die Conversion Rate des besagten Shops signifikant zu erhöhen. Und zwar anders als mit einer separaten mobilen App. Das ließ den gesamten Saal feststellen, dass Responsive-Design anscheinend immer noch weit vor der Useability oder zumindest der Beliebtheit einer mobilen App liegen.

Suche das wichtigste Feature in einem Shop

Eher kurz fassen werde ich mich zu dem Talk von Dr. David Urbansky. Nach einer ausgiebigen Mittagspause mit lauter gesundem Zeugs und leckeren Wraps erzählte uns Dr. David Urbansky etwas über seine Theorie des wichtigsten Online-Shop Features überhaupt – der Suche.
Seine Kernaussage war, dass die Suche mittlerweile das mit Abstand wichtigste Feature einer Website ist. Er präsentierte eine ca 15 Punkte-Liste welche simple und auch komplexe Funktionen einer Suche enthielt und auf den Prüfstand stellte (Synonymsuche, Fön/Haartrockner, etc.). Ein insgesamt eher komplexer Vortrag mit jedoch auch sehr verständlichen Argumenten und Tipps für die Integration einer guten Suchen in Magento 2. Die Umsetzung ist jedoch seiner Meinung nach (auch durch die Magento Suchimplementierung) verbesserungswürdig. Dem Stimme ich und nicht wenige Leute aus dem Saal zu.

Nutzerfreundlichkeit für Suchmaschinenfreundlichkeit

Meet Magento 2017 - Magento 2 im Fokus

Meet Magento 2017 – Magento 2 im Fokus

Der letzte Vortrag für mich an diesem Tag war ein meiner Meinung nach sehr interessanter Vortrag von Mario Jung mit der Kernaussage: Baue die Website für den User und nicht für Google/Bing/Yahoo.
Er stellte eine Liste vor mit seinen 10 Tipps, wie man die Nutzerfreundlichkeit im Shop verbessert. Einige dieser Punkte sind sinnvoll und auch SEO-technisch relevant. Ein Vorschlag von Herr Jung, wie die Implementierung eines Chatbots zur Beantwortung von Kundenfragen halte ich jedoch für etwas gewagt. Den Rest seines Vortrags kann ich nur wärmstens empfehlen, denn er empfiehlt auch Testing, Strukturierung und andere sinnvolle Sachen die PHP/Javascript Programmierer gerne mal vergessen. Alles in allem stimmt seine 10 Punkte Liste und sollte bestimmt einigen Entwicklern helfen. Die Liste möchte ich euch nicht vorenthalten:

  1. Biete dem Kunden gewohnte Sachen. (Logo links oben, Cart rechts oben, etc)
  2. Produktfilter und erweiterte Suche anbieten
  3. Chatbot (Automatisiert oder mit Person dahinter)
  4. Ladezeit so gering wie möglich halten
  5. Nicht an aussagekräftigen und individuellen Bildern sparen
  6. Professionelle Produktvideos stellen einen zukünftigen Trend dar
  7. Linkbuilding bringt einen erhöhten Traffic
  8. Arbeite mit Screaming-Tools
  9. Nie aufhören zu testen! (A/B-Tests, Unit, whatever)
  10. Frage andere (Kritik annehmen, eventuell sogar ein feature für Kritikannahme bauen)

Nach einem bisschen Small Talk mit anderen Magento Entwicklern, sowie viel Kaffee und einem weiteren kleinen Vortrag ging es dann gegen 19 Uhr zur Aftershowparty. Wie jedes Jahr wurde auch diese Aftershowparty in der Moritzbastei abgehalten und bestach durch eine super Atmosphäre. Gesponsert von maxcluster gab es für alle reichlich zu Essen und zu Trinken so viel das Herz begehrte.

Testautomatisierung und Sicherheit

Der zweite Tag der Meet Magento begann für mich verspätet. Durch gefühlt 300 Talks mit Entwicklern, Agentur-Chefs und Organizern der Meet Magento wurde am Tag der Aftershowparty bis spät in die Nacht „genetzwerkt“. Nach dem die Verleihung des Meet Magento Awards bereits vorbei war, ging es für mich direkt weiter in einen Vortrag von Fabian Schmengler über Test Automation in Magento. Er erläuterte verschiedene Methoden um seine Magento Extensions mit verschiedenen Tests zu prüfen. [Ich habe hier mal über Codeception als Frontend Testframework gebloggt.] [Gratulation an dieser Stelle noch mal an Rico Neitzel für den Meet Magento People Award]
Nach einer Mittagspause und reichlich Kaffee zur Beseitigung der Folgen des Vorabends ging es in einen Vortrag von Anna Völkl. Ihr Talk war zum Thema Sicherheit in Online-Shops bzw. die Verbesserung dieser. Sie zeigte einige jüngere Beispiele auf in denen bei großen Online-Shops kritische Sicherheitslücken gefunden wurden. Zudem erklärte sie Methoden und Maßnahmen zur Verbesserung der Security in Magento Shops und deren Extensions. Trotz softwaretechnischer Fokussierung waren auch Monitoring und Konfiguration des Servers Teil Ihres Talks.

Der letzte Vortrag dieses Tages für mich war von Nils Kattau und handelte von der Optimierung der Sales bzw. der Conversion in Online-Shops. Ein sehr interessanter Vortrag mit einigen Praxisbeispielen der jedoch den Rahmen dieses Posts bei weitem sprengen würde.

Vorher leider den Hackathon verpasst

Damit war die Meet Magento für mich auch für dieses Jahr schon vorbei. Schlimm genug dass ich es dieses Jahr wieder nicht auf den Magento Hackathon geschafft habe. Dieser findet jedes 2-3 Tage vor der Meet Magento statt und sticht mit Community-Coding, viel Club-Mate und noch mehr „Netzwerken“ heraus.

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Über den Autor

Benjamin Vieren ist seit 2009 in der PHP-Entwicklung tätig und entwickelt Designs und User Interfaces auf Basis von HTML, PHP, CSS und Javascript. Der Fokus des Magento Frontend Developers der webvisum GmbH liegt auf der Entwicklung von E-Commerce-Lösungen.

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